Dakar, Tag 11 : HS RallyeTeam behält trotz Hitze einen kühlen Kopf

MOTORSPORT -  DAKAR 2013 - PART 216. Januar 2013 – 38°C Außentemperatur und gut 70°C im Cockpit: Die zehnte Etappe der Rallye Dakar 2013 war eine extrem schweißtreibende Angelegenheit. Matthias Kahle und Dr. Thomas M. Schünemann aus dem HS RallyeTeam trotzten den Belastungen erneut mit Bravour und fuhren zum zweiten Mal in Folge in die Top Ten.

Während der Berufsverkehr in Deutschland vielerorts wegen Eis- und Schneeglätte lahmt, haben die Wüstenabenteurer bei der Rallye Dakar mit den Tücken des argentinischen Hochsommers zu kämpfen. Seit der Andenüberquerung vor vier Tagen lagen die Temperaturen tagsüber stets über 30°C. Eines der Begleitfahrzeuge des HS RallyeTeams maß auf der Verbindungsetappe zwischen Cordoba und La Rioja sogar 43°C.

Bei dieser Hitze galt es für die Teams am zehnten Dakar-Tag, eine 353 Kilometer lange, kurvenreiche Rallyeprüfung zu absolvieren – das entspricht in etwa der Distanz von einem kompletten Rallye-Weltmeisterschaftslauf ohne eine einzige Pause. Matthias Kahle und Dr. Thomas M. Schünemann hatten sich durch den neunten Platz am Vortag eine exzellente Ausgangssituation für diese Aufgabe herausgefahren. Das HS RallyeTeam nahm die Speziale dementsprechend als neuntes Team in Angriff und untermauerte seine Leistungsfähigkeit: erneut Platz Neun in der Tageswertung für Kahle/Schünemann mit nur 14.19 Minuten Rückstand auf den siegreichen Orlando Terranova (BMW X3 CC).

Im Gesamtklassement schloss der SAM 30D CC des HS RallyeTeams damit auf die beiden vor ihm liegenden Fahrzeuge auf: Geoffrey Olholm (Toyota Hilux Pickup), Boris Garafulic (Mini All4 Racing) und Kahle/Schünemann liegen nach 6.000 Kilometern, davon 3.000 in Wertung, weniger als zehn Minuten auseinander. Auch der heiß begehrte zehnte Platz befindet sich mit 26 Minuten Rückstand in Reichweite, zumal den Teilnehmern die vielleicht schwerste Prüfung der gesamten Rallye noch bevorsteht: In den berüchtigten weißen Dünen von Fiambalá, die am elften Tag auf dem Programm stehen, hat sich das Blatt schon oft gewendet.

Matthias Kahle: „Die heutige Etappe war wieder einmal Schwerstarbeit. Allein die Speziale hat über vier Stunden gedauert, und das bei rund 70°C im Cockpit. Jeder von uns hat etwa vier Liter Wasser zu sich genommen, um nicht zu dehydrieren. Wir sind erneut recht defensiv gefahren und haben das Auto geschont. Die Thermik war die ganze Zeit über im normalen Bereich, das stimmt uns optimistisch für die Fiambalá-Etappe.“

Dr. Thomas M. Schünemann: „Heute haben wir gemerkt, was für einen Unterschied der richtige Startplatz machen kann. Die ersten zehn Teams starten ja im Drei-Minuten-Takt, die dahinter liegenden im Abstand von einer Minute oder sogar nur 30 Sekunden. Wir haben diesmal keinen Staub ‚gefressen‘ und waren von der Gesamtzeit her ganz nah an der Spitze dran. Die Tage davor haben wir noch etwas unter den schlechteren Startpositionen wegen unseres Reifenschadens am sechsten Tag gelitten. Im Staub unserer Konkurrenten haben wir es einfach nicht nach vorn geschafft.“

SAM-Teamchef Sven Knorr: „Wir haben noch vier Etappen vor uns und liegen voll im Plan. Obwohl die Top Ten in Reichweite sind, werden wir unsere Taktik nicht ändern. Es wäre fahrlässig, jetzt auf Angriff zu setzen. Wir fahren genau so weiter wie bisher und schauen, was passiert.“

So geht’s weiter: Etappe 11, La Rioja-Fiambalá, Gesamt: 481 km, Speziale: 219 km

Am elften Tag der Rallye Dakar wartet ein echter Kracher auf die Teilnehmer: Obwohl die Speziale mit 219 Kilometern relativ kurz ausfällt, haben die weißen Dünen von Fiambalá in den vergangenen Jahren schon für viele böse Überraschungen gesorgt. Weicher Sand, Temperaturen weit über 30°C und ein labyrinthartiges Dünenmeer fordern den Piloten und Motoren wirklich alles ab.

Ergebnis der Rallye Dakar 2013 nach Etappe 10

Pos. Fahrer/Beifahrer Fahrzeug

Gesamtzeit

1. Peterhansel/Cottret Mini All4 Racing

28:12:00h

2. De Villiers/Von Zitzewitz Toyota Hilux Pickup

+52:38m

3. Novitskyi/Zhiltsov Mini All4 Racing

+1:08:40h

4. Roma/Perin Mini All4 Racing

+1:34:04h

5. Terranova/Fiuza BMW X3 CC

+1:58:49h

6. Sousa/Ramalho Great Wall Haval

+2:35:00h

7. Chicherit/Garcin SMG V8 Buggy

+2:51:23h

8. Errandonea/Debron SMG Buggy

+3:02:38h

9. Chabot/Pillot SMG V8 Buggy

+3:02:52h

10. Thomasse/Larroque MD Optimus Buggy

+3:26:51h

11. Olholm/Aston Toyota Hilux Pickup

+3:45:07h

12. Garafulic/Picard Mini All4 Racing

+3:47:30h

13. Kahle/Schünemann SAM 30D CC

+3:53:09h

14. Malysz/Marton Toyota Hilux Pickup

+4:36:28h

15. Alvarez/Graue Toyota Hilux Pickup

+4:51:15h

16. Lavieille/Polato Dessoude Buggy

+4:54:04h

17. Vasiljev/Yevtyekhov G-Force Proto

+5:16:19h

18. Coffaro/Meneses Toyota Hilux Pickup

+5:17:17h

19. Gordon/Walch Hummer H3

+6:00:21h

20. Zhou/Maimon Great Wall Haval

+6:53:39h

 

Platzierungen des HS RallyeTeams

SAM 30D CC

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

Tageswertung

28.

36.

19.

16.

23.

16.

13.

=4.*

9.

9.

Gesamtwertung

28.

34.

22.

17.

17.

16.

16.

16.

13.

13.

*Etappe 8 wurde wegen starker Regenfälle abgebrochen. Alle Teams bekamen die Zeit des Fahrers zugesprochen, der das Ziel als letzter unter regulären Bedingungen erreicht hat.

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