Interview Matthias Kahle / Marathonrally.com kurz vor dem Start der Silk Way Rally

In den Startlöchern: Am heutigen Samstag beginnt auf dem Roten Platz von Moskau die Silk Way 2012, die das Hamburger HS Rally Team von Startplatz Fünf aus in Angriff nimmt. Matthias Kahle pilotiert mit dem neuen SAM Mercedes Diesel erstmals einen Allradler und spricht im Interview mit marathonrally.com über die Favoriten und die Unterschiede zu den Buggies.

MR: Matthias, das X-Raid-Team hat seinen Start bei der Silk Way vor wenigen Tagen abgesagt. Wen siehst du jetzt in der Favoritenrolle?

Kahle: „Das ist ganz schwer zu sagen. Vor zwei Jahren hat VW souverän gewonnen, letztes Jahr X-Raid. Dieses Jahr ist der Wettbewerb viel offener, viel ausgeglichener. Das macht die Silk Way spannender als je zuvor.

Die beiden Overdrive-Toyota von Lucio Alvarez und Jerome Pelichet sowie Christian Lavieille im Dessoude Proto dürften ganz vorne mitfahren. Boris Gadasin ist für einen Sieg gut, wenn sein G-Force Proto hält. Ich habe aber noch zwei andere Teams auf der Liste.“

MR: …und die wären?

Kahle: „Zum einen Jean Louis Schlesser in seinem Schlesser Buggy. Unsere Prototypen werden bei 170 km/h abgeregelt, sein Buggy darf 190 fahren und erreicht dieses Tempo auch im Gegensatz zu allen anderen Buggies. Auf den schnellen Prüfungen in der Steppe hat er damit einen klaren Vorteil, dafür wird er sich auf den beiden letzten Etappen in den Bergen schwer tun.

Trotzdem kann er für eine grosse Überraschung sorgen. Der andere Fahrer ist Toni Gardemeister, ein Mann aus der Rally-Weltmeisterschaft, den ich noch aus unserer gemeinsamen Zeit bei Skoda kenne. Toni ist ein exzellenter Fahrer. Wenn sein Mitsubishi schnell und zuverlässig ist, kann er auch vorne mitfahren.“

MR: Und an welcher Stelle reiht sich Euer ein?

Kahle: „Das ist die grosse Frage, die sich aber erst in der nächsten Woche beantworten wird. Wir können unseren eigenen Performance-Level sehr schwer einschätzen. Nach den ersten ein, zwei Etappen sind wir da sicher viel schlauer.

Fakt ist aber auch, dass wir die Rally als Test unter Wettbewerbsbedingungen sehen. Wir arbeiten mit einem anderen Einsatzteam zusammen und fahren mit dem SAM ein ganz anderes Auto, das in dieser Entwicklungsstufe bisher nur einen Rollout von 70 Kilometern zurückgelegt hat.

MR: Du warst bisher meist im Buggy unterwegs. Wie musst du dich fahrerisch umstellen?

Kahle: „Ich kenne den SAM-Mercedes ja schon von Tests und kleineren Bajas, weil ich seit der ersten Stunde in das Projekt involviert bin. Trotzdem gibt es für mich noch einiges zu lernen. Wie fährt sich das Auto mit dem neuen Dieselmotor, der etwas weniger Leistung dafür aber deutlich mehr Drehmoment hat?

Ausserdem sind die Dünen für mich Neuland mit einem Allrad-Prototypen. Mit dem Buggy ist das etwas ganz anderes. Da hast du zwar nur zwei angetriebene Räder, dafür lässt sich der Reifendruck aus dem Cockpit absenken. Beim Prototypen musst du aussteigen und die Luft per Hand ablassen. Das kostet natürlich Zeit und deswegen sollte man das nur machen, wenn es wirklich nötig ist.

Hier muss ich mich während der Rally ans Limit herantasten: Welche Dünen kann ich mit normalen Luftdruck fahren und wo müssen wir aussteigen, weil wir sonst sicher stecken bleiben würden? Wir werden also einiges lernen – und zwar besonders schnell. Schliesslich wollen wir weit nach vorn fahren.“

2012/07/07 | 14:49 CET | ARTICLE: MR/HS

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